Bücher und Zeitschriften aus dem Jahr 2009, in denen Kurt Hiller thematisiert wird


Der Historiker Raimund Wolfert, M.A., von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft stellt in dieser Zeitschrift des österreichischen Lesben- und Schwulenverbands HOSI "Das leidvolle Leben des Bruno Vogel" vor. Dieser Autor von schwulen und pazifistischen Romanen wie "Alf" und "Es lebe der Krieg!" war im Wissenschaftlich-humanitären Komitee und in der Gruppe Revolutionärer Pazifisten Kampfgenosse Hillers. Im Exil riss der Kontakt zwischen beiden nicht ab und verstärkte sich noch, als Vogel 1953 nach London zog, wo Hiller ja bereits lebte.

Raimund Wolfert wertete die zahlreichen Briefe Vogels an Hiller aus dem Hiller-Nachlass aus und plant noch weitere Veröffentlichungen über Bruno Vogel.

Dieses Buch aus dem Lambda-Verlag schildert in ausführlicher Darstellung die Situation homosexueller Männer und lesbischer Frauen in Hamburg. Anhand der Auflistung von "Stolpersteinen" für homosexuelle NS-Opfer werden Biographien Verfolgter vorgestellt. Die Autoren Bernhard Rosenkranz, Ulf Bollmann und Gottfried Lorenz hatten schon durch Bücher wie "Hamburg auf anderen Wegen" und die Ausstellung "Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg" Vorarbeiten für dieses Buch hier geleistet.

Da Kurt Hiller erst 1955 nach Hamburg zog, wird er "nur" auf einer Seite als Remigrant und juristischer Vorkämpfer für die Streichung des §175 vorgestellt.

Marleen von Bargen aus Hamburg untersucht in ihrer Magisterarbeit das gemeinsame pazifistische Wirken der Frauenrechtlerin Helene Stöcker mit Kurt Hiller.

Gerade weil Beider Ideologien ein wenig voneinander abwichen, kann die Zusammenarbeit als fruchtbar gewertet werden. Ausgangspunkt für beide war ein "radikaler" Pazifismus, den Hiller für sich in einen "revolutionären" Pazifismus einmünden liess.

Marleen von Bargen wertete für ihre Arbeit erstmals die erhalten gebliebene Korrespondenz zwischen beiden aus dem Hiller-Nachlass aus.

Ein schwer zu lesendes Buch mangels Grossbuchstaben und Punkten hat Hartmut Geerken herausgegeben. Im Moos-Geflecht seiner Gedanken entwickelt er 58 Texte, denen er jeweils mit einer Person eine Überschrift gibt. Im "kurt hiller" betitelten Text ist schwer nachzuvollziehen, inwieweit Hiller zwischen den Zeilen hillert.

Zitat aus dem einen über acht Seiten gehenden Satz zu kurt hiller: "diese hühnergötter hillern gehuldigt zu allem heiligen überfluss & in kindlicher unwissenheit in manche der löcher vogelfedern gesteckt die den wind fangen & die götter herumwirbeln dass ihnen hühner & sehen vergeht pfemfert hiller bloch immer wieder als kämpferische vorbilder genannt bei möglichen & unmöglichen gelegenheiten diese autobiografischen sätze sind sie für mich gesagt oder für eine unzuverlässige nachwelt".

Andere "überschriften" sind bekannte Personen wie max stirner, alberto giacometti, maria callas, ernst bloch, aber auch unbekannte wie mohammed hussein khan sarahang oder ustad nazir faiyazuddin dagar. Hier wird der arabische Background Geerkens deutlich. Wer in der klassischen Zwickmühle steckt und auf eine einsame Insel nur ein Buch mitnehmen darf, der hätte mit diesem Buch Lektüre für eine sehr lange Zeit.